Warum Saudi Arabien jetzt Hollywood will
- hollywood.cloud

- 26. Mai
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Saudi Arabien geht in die Offensive und will sich nicht nur im Sport, sondern auch im Filmgeschäft als globaler Magnet positionieren. Bei den internationalen Filmfestspielen in Cannes präsentierte das Königreich ein Fördermodell, das Produzenten bis zu 60 Prozent der Ausgaben im Land zurückgeben soll. Für die Filmbranche könnte das ein echter Umbruch werden.

Dreharbeiten bedeuten weit mehr als Kameras und Schauspieler. Hinter Produktionen stehen Hotels, Transporte, Technikfirmen, Catering und tausende Arbeitsplätze. Dazu kommt ein wirksamer Werbeeffekt, denn Drehorte werden häufig zu beliebten Reisezielen. Wer die großen Produktionen anzieht, gewinnt nicht nur Prestige und internationale Aufmerksamkeit, sondern auch wirtschaftliche Macht.
Deutschland unterstützt Filme zwar ebenfalls, aber nur bis zu einer klaren Obergrenze von 25 Millionen Euro. Im Vergleich dazu wirkt der saudische Anreiz für ein 100 Millionen Dollar Projekt mit 60 Millionen Dollar Rückerstattung wie ein massives Lockangebot, das Produzenten aus anderen Regionen abziehen könnte.
Der Vorstoß ist auch ein Teil der großen Strategie von Kronprinz Mohammed bin Salman. Unter dem Programm Vision 2030 soll Saudi Arabien moderner, offener und international anschlussfähiger wirken. Dass Kinos dort jahrzehntelang verboten waren, macht den Wandel umso bemerkenswerter.
Saudi Arabien will den globalen Filmmarkt nicht mehr nur beobachten, sondern aktiv mitbestimmen. Der Wettbewerb um Drehs, Stars und Serien wird härter, teurer und geopolitischer. Was früher fast ausschließlich zwischen Hollywood, London, Rom oder Berlin entschieden wurde, könnte künftig auch in Dschidda und Riad verhandelt werden. Einen Nachteil hat Saudi Arabien jedoch: die Hitze.




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